Verhalten nach einem Bombenanschlag

Ein Terroranschlag kann vieles sein: Entführungen, Attentate, Sabotageakte.

All dies und noch viel mehr zählt zum Repertoire.




Sollte es Terroristen irgendwann gelingen, in Deutschland einen Terroranschlag durchzuführen, dann dürfte es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine solche USBV oder simpel ausgedrückt, eine Bombe handeln.

Diese Variante ist besonders beliebt, bietet sie doch eine Reihe von Vorteilen: Eine Bombe lässt sich alleine zuhause bauen, die Zutaten sind relativ leicht zu beschaffen. Anleitungen zum Bau finden sich heute zuhauf im Internet. Und die Herstellung kostet nicht viel.


Aus Sicht eines Terroristen besonders attraktiv: Eine Bombe verbindet maximalen Schaden mit möglichst geringem Risiko. Sie lässt sich leicht an öffentlichen Plätzen, Gebäuden und bei Veranstaltungen deponieren und per Zeit- oder Fernzünder zur Explosion bringen. So schlägt man aus der Distanz zu und kommt auch noch mit dem eigenen Leben davon. Darüber hinaus kann man sich der sofortigen und ungeteilten Aufmerksamkeit der Medien sicher sein.


Doch woher kommt die Gefahr??

Gut ausgebildete Dschihad-Veteranen aus Syrien und dem Irak kehren nach Deutschland zurück und damit steigt auch die Gefahr eines Terroranschlags. Doch wie verhält man sich im Falle einer Bombenexplosion?

Bislang hat es in Deutschland bereits mehrere Versuche gegeben, Terroranschläge mit selbst gebastelten Bomben zu verüben:

In den Medien präsent waren u.a.

- im Juli 2006: zwei Rollkoffer in Regionalzügen in NRW

- im Dezember 2012, eine am Bonner Hauptbahnhof deponierte Sporttasche.

- im Mai 2014, eine selbstgebaute Bombe an der Radrennstrecke in Oberursel

- im Oktober 2015, vermuteter Bombenanschlags im Fußballstadion Hannover


Keine dieser Bomben explodierte jedoch, da Konstruktionsfehler eine Detonation verhinderte oder die Verantwortlichen im Vorfeld geschnappt wurden. Aber auch Terroristen lernen dazu. Sollten künftige Terroristen weniger dilettantisch vorgehen, ist es hilfreich, für den Fall eines Bombenanschlags ein paar Verhaltensregeln zu beherzigen.


1. Suchen Sie Deckung.

Legen Sie sich flach auf den Boden und schützen Sie mit den Händen Ihren Kopf. Ist ein Tisch oder ein anderes stabiles Möbel in der Nähe, suchen Sie darunter Schutz. Wenn möglich, halten Sie Abstand zu Fenstern, Glasfronten und Deckenlampen: Deren Splitter können Sie schwer verletzen. Regale und Schränke könnten durch die Explosion umstürzen und Sie unter sich begraben.


2. Bewahren Sie Ruhe.

Die Bombe ist detoniert, und Sie sind unverletzt geblieben. Ihre Ohren klingeln, vielleicht hören Sie auch vorübergehend nichts mehr. Um Sie herum: Schutt und Splitter, Rauch, Tote und Verletzte, Chaos. Jetzt beginnt die heikle Phase: Sie sind noch nicht in Sicherheit und müssen raus aus der die Gefahrenzone. Dafür brauchen Sie einen klaren Kopf.


3. Verlassen Sie die Gefahrenzone.

Bewegen Sie sich so zügig wie möglich weg vom Ort der Explosion. In Gebäuden sind dies nach innen gelegene Räume, Treppenhäuser und Ausgänge. Fahrstühle sind jetzt tabu. Prüfen Sie Böden und Treppen auf Einsturzgefahr, bevor Sie sie betreten. Bei Rauch gehen Sie gebückt. Benutzen Sie weder Feuerzeug noch Streichhölzer. Sobald Sie draußen sind, verlassen Sie das Gebiet. Bleiben Sie nicht vor Fensterscheiben, Glastüren oder anderen potentiell gefährlichen Orten stehen. Machen Sie den Weg frei für die Rettungskräfte.


4. Machen Sie die Rettungskräfte auf sich aufmerksam.

Angenommen, herabfallender Schutt hat Sie unter sich begraben, und Sie können sich kaum noch bewegen - versuchen Sie dennoch ruhig zu bleiben. Gefährlich ist nun vor allem der bei der Explosion aufgewirbelte Staub, den Sie nicht einatmen sollten. Schützen Sie Mund und Nase daher nach Möglichkeit mit einem Stück Stoff. Atmen Sie daher nicht tief ein. Vermeiden Sie jede Bewegung, die weiteren Staub aufwirbeln könnte. Bereiten Sie sich auf die bevorstehende Evakuierung vor.


5. Verhalten Sie sich still, wenn Sie Stimmen oder Bewegung in Ihrer Nähe registrieren.

Sie müssen zuerst sicher sein, dass es sich tatsächlich im Rettungskräfte handelt und nicht um Terroristen, die nach überlebenden Opfern suchen, um diese gegebenenfalls zu exekutieren. Handelt es sich um Helfer, dann rufen Sie dennoch nicht, um keinen Staub einzuatmen. Machen Sie stattdessen mit Klopfzeichen auf sich aufmerksam oder benutzen Sie eine Trillerpfeife oder eine Taschenlampe, falls Sie eine bei sich tragen. Rufen ist der letzte Ausweg.


6. Helfen Sie Anderen - sofern möglich.

Nach der Explosion sind Sie unverletzt geblieben. Um Sie herum liegen zahllose Tote und Verletzte. Instinktiv wollen Sie in Richtung des Explosionsortes laufen, um Anderen zu helfen. Tun Sie das besser nicht: Die eigene Sicherheit hat Vorrang. Gehen Sie kein Risiko ein, das Sie nicht einschätzen können. Helfen Sie, sobald keine Gefahr mehr für Sie besteht. Unterstützen Sie die Helfer, indem Sie zum Beispiel auf entdeckte Personen aufmerksam machen. Bewegen Sie Verletzte nicht, sofern die Art der Verletzung Sie nicht dazu zwingt.


7. Vorsicht vor weiteren Bomben.

Eine beliebte Vorgehensweise von Dschihadisten besteht darin, am Anschlagsort mehrere Bomben zu platzieren. Eine (kleine) Bombe macht den Auftakt. Sobald dann Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie Schaulustige am Tatort sind, werden weitere Sprengkörper gezündet. Diese sind oftmals in den möglichen Fluchtwegen positioniert. Dabei kann es sich um Autobomben handeln oder auch um Selbstmordattentäter, die sich im Chaos nach der Explosion unter die Menschenmenge mischen, um dort ihre Bombe zu zünden. Auf diese Weise lassen sich die Opferzahlen leicht erhöhen und die Schrecken des Anschlags vervielfachen. Halten Sie sich von Menschenmengen und ungewöhnlich parkenden Autos und LKW´s fern. In Autos könnten weitere Bomben platziert sein. Menschenmengen sind ein Ziel für mögliche weitere Bomben. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt. Haben Sie irgendwo ein schlechtes Gefühl, verlassen Sie diesen Ort sofort. Melden Sie Ihren Verdacht den Behörden.


8. Nur kurze Telefonate.

Nach einem Anschlag ist das Netz sehr wahrscheinlich überlastet. Falls Sie zu Ihrer Familie und Familie durchkommen, halten Sie sich kurz. Halten Sie das Netz frei für die Rettungskräfte. Und .... es ist bestimmt nicht der richtige Zeitpunkt für Tweets, Posts oder Selfies!!!


9. Arrangieren Sie sich mit der Situation.

Nach einem Terroranschlag regiert vorübergehend das Chaos: Zahllose Sicherheitskräfte sind im Einsatz, Flughäfen, Bahnhöfe, und Straßen können abgeriegelt sein, die Krankenhäuser überlastet, Schulen und Kindergärten geschlossen werden. Die Situation wird unübersichtlich sein, die gewohnten Strukturen funktionieren dann für eine Weile nicht mehr.


Auch wenn die Wahrscheinlichkeit von Terroranschlägen in Deutschland zunehmen mag, es besteht kein Grund zur Panik.

Rein statistisch gesehen ist es weitaus wahrscheinlicher im Schlaf zu ersticken, als bei einem Terroranschlag ums Leben zu kommen. Die Wahrscheinlichkeit, durch die Hand von Terroristen zu sterben, liegt in Deutschland aktuell unterhalb von eins zu zehn Millionen - also verschwindend gering.

Jedoch sagen solche Statistiken stets nur etwas über die Vergangenheit aus: Würde nur ein einziger großer Terroranschlag in Deutschland erfolgreich durchgeführt werden - wäre die Statistik auf einen Schlag veraltet.








Quellen:

Florian Peil Intelligence-Spezialist und Islamwissenschaftler

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